Am 9. Mai um halb zwölf mittags ging es für Ulrike und mich in Syke mit dem Zug los Richtung Bremen, wo wir uns mit sechs weiteren Bremer Langen trafen, um gemeinsam per Wochenend-Ticket nach Rostock zu fahren. Nach einem 45-minütigem Aufenthalt und einer Mahlzeit in Hamburg erreichten wir gegen 17 Uhr Rostock und bekamen dort nach einer Begrüßung durch das Empfangskomitee des KdG auch schon unsere Teilnehmerunterlagen. Es ging dann noch ein Stück weiter mit der S-Bahn nach Warnemünde. Hier angekommen mussten wir unser schweres Gepäck erstmal über eine Gleisüberführung wuchten; 30 Stufen hoch und wieder hinunter! Im Bus zur Jugendherberge ruhten wir uns erstmal aus und genossen die Fahrt durch den Mondänen Badeort. Irgendwie müssen unsere KLM-Jacken etwas Uniformhaftes an sich haben, denn eine ältere Dame im Bus verwechselte Ulrike mit einer Fahrkartenkontrolleurin. Das fing ja schon lustig an. In der Herberge angekommen hieß es nach der Zimmerschlüssel-Übergabe erstmal: Betten machen! Jedenfalls für diejenigen, die das dann schon zu der Zeit wollten.
Die anderen ruhten sich aus oder duschten noch und um 19 Uhr trafen wir uns mit Langen vom Heilbronner und Münchener Klub zum Strandspaziergang an der Ostsse. Bei der Gelegenheit wurden auch die ersten Erinnerungsfotos geschossen und wir erlebten einen wunderbaren Sonnenuntergang mit, bei dem die Sonne im Meer versinkt. Es war eine absolut traumhafte Atmosphäre am Meer. Zusammen ließen wir den Abend bei einem leckerem griechischem Essen im Restaurant “Philoxenia” und guter Unterhaltung ausklingen.
Montagmorgen ging es nach einem guten Frühstück vom reichhaltigen Buffet um halb neun mit dem Bus los Richtung Stralsund. Durch die Vororte Rostocks und über die Warnow ging die Fahrt auf die Autobahn; vorbei an ausgedehnten Feldern und kleinen Ortschaften. Man sah der Natur hier an, daß sie noch nicht so weit aufgeblüht war wie weiter westlich oder südlich. Unsere nette Reiseleiterin brachte uns auf lustige und einprägsame Weise das Land Mecklenburg-Vorpommern näher und so war es denn eine kurzweilige Tour nach Stralsund. Natürlich mußte erst noch die neue Rügenbrücke befahren werden und es gab einen schönen Fotostop in Altefähr gegenüber der Stadt. Danach wurden wir zur Stadtführung erwartet, was wie immmer eine sehr interessante Sache ist. Die Innenstadt ist wirklich schön gemacht worden, das muß mann ja sagen. Wir bekamen einige sehr herausgeputzte Straßenzüge zu Gesicht. Zwischendurch hatten wir Begleitung durch eine Mitarbeiterin der Ostsee-Zeitung, die mehrere Lange befragte und auch Fotos machte. Anschließend konnte man sich die Zeit im Ozeaneum, im Meeresmuseum oder bei einer Führung auf dem Segelschulschiff “Gorch Fock” vertreiben. Es blieb noch Zeit für einen kurzen Besuch im Cafe, bevor es auf die Rückfahrt ging. Den Tagesabschluß bildete ein gemeinsames Abendessen im tschechischen Restaurant “Prager Wenzel”, das direkt an der Warnow liegt und einen herrlichen Blick auf den Yachthafen bietet. Es hat vorzüglich geschmeckt und auch das tschechische Bier ist sehr zu empfehlen. Auf dem Heimweg zur Jugendherberge sahen wir uns noch das riesige Kreuzfahrtschiff “Celebrity Eclipse” (315m lang) an, die an diesem Tag in Warnemünde vor Anker lag.
Dienstag führte uns die Busreise nach Fischland-Darß-Zingst, die mit einem kurzen Gang durch den Künstlerort Ahrenshoop begann. Weiter ging es nach Prerow, wo wir das Schaufelradschiff für eine Boddenrundfahrt bestiegen. hierbei bekamen wir sogar eine der beiden hier lebenden Kegelrobben
zu sehen. In Zingst schließlich hatten wir dann Zeit, uns den Ort etwas anzusehen oder auch am Strand oder auf der kleinen Seebrücke zu verweilen. Alles über den Bernstein und seine Bearbeitung erfuhren wir in der Manufaktur in Ribnitz-Damgarten, wo man auch Schmuckstücke kaufen konnte. Ein lustiger Kegel-und Bowlingabend in Rostock-Lütten Klein rundete den Tag ab.
Der Mittwoch stand unter dem Motto “Münster, Molli und Mousseux”, und zwar eine Besichtigung mit Führung im Münster vonn Bad Doberan und anschließend eine Fahrt mit der Dampf-Schmal-spurbahn nach Kühlungsborn inklusive Zugkreuzung in Heiligendamm! Das ließ das Herz des Eisenbahn-Fans natürlich höher schlagen. Unsere Busfahrt durch den Ort wurde abrupt von einem LKW gestoppt, der an einem entgegenkommenden LKW nicht vorbei kam, da die Straße zu eng war. So ging es per Pedes zum Bahnhof zurück, wo es eine kleine Stärkung mit Fischbrötchen, Getränken und anderem gab. Die Fahrt führte uns weiter nach Wismar und wir besichtigten erst die
nördlichste Sektkellerei Deutschlands (mit Verkostung), um uns danach der Altstadt zu widmen. Abends ging es in Warnemünde auf das Partyschiff “River Star” mit Musik, Essen und Unterhaltung durch Enzi Enzmann (über den man geteilter Meinung sein konnte). Das Tanzen war wegen des geringen Platzangebots (ca. 2x 5 m, Deckenhöhe 195cm) leider stark eingeschränkt möglich. Aber ich denke mal, daß sich trotzdem alle mehr oder weniger amüsiert haben.
Zur freien Verfügung stand der Donnerstag, den wir für einen ausgedehnten Bummel durch das Strand-und Hafenviertel von Warnemünde nutzten. Ein Fisch-Imbiß und das Besteigen des Leuchtturmes durften da nicht fehlen. Auch einige Straßenmusiker waren zu bestaunen, unter anderen ein Glasmusiker, der seine Töne mit dem Streichen der Fingerspitzen über verschieden große Gläser erzeugte. Das war echt klasse und ein Stück weiter gab es rythmische Klänge mit Dudelsäcken und Trommelwirbel. Der Begrüßungsabend fand im Karls Erlebnisdorf in Rövers-
hagen statt, wo man neben vielen anderen Attraktionen eine Rekordsammlung von über 13200 Kaffeekannen bestaunen konnte. Das Orgateam des Europatreffens wurde vorgestellt und mit dankendem Applaus bedacht und es wurde die Teilnehmerzahl von 288 Langen verkündet. Es gab ein super Essen vom reichhaltigen Buffet und klasse Tanzmusik hinterher. Echt ein Abend zum Genießen war das gewesen.
Die Insel Rügen stand am Freitag auf dem Programm, und es ging schon früh um viertel nach sieben los. Der Bus fuhr durch bis zum Kap Arkona, wo wir mit einer Straßen-Kleinbahn zum Aussichtspunkt fuhren und dann am Strand entlang ins nächste Örtchen wanderten, wo wir uns in der dortigen Kapelle niederließen. Man konnte sich bei einem Sangesvortrag von der hervorragenden Akustik des Raumes überzeugen. Nach dem Mittagessen mit Wurst, Kartoffel-
salat und Joghurt ging es weiter zum Aussichtspunkt Königsstuhl und danach in Sassnitz aufs Schiff. Es folgte eine kleine Tour an der Kreideküste entlang und wieder zurück. Die Zeit in Binz reichte leider nur für den Besuch der Strandpromenade und der gewaltigen Seebrücke, bevor es auf die Rückfahrt ging.
Die Stadt Rostock wurde am Samstag besichtigt, der leider total verregnet war, was unsere Laune aber nicht betrübt hat. Und dann kam der Höhepunkt des Treffens mit dem Galaball am Abend im Hotel Neptun. Das Essen war Spitze und die Acht-Mann(!)-Tanzband auch und so wurde bis tief in die Nacht getanzt und gefeiert. Die französischen Langen lieferten eine tolle Vorrausschau des nächsten Europatreffens in Paris ab, was begeistert aufgenommen wurde. Das ist allemal ein Grund, sich schon aufs nächste Jahr zu freuen!